Die 10 häufigsten Fehler bei der praktischen Fahrprüfung

Ob Nervosität, Unaufmerksamkeit oder fehlende Fahrpraxis – viele Prüflinge scheitern nicht an schwierigen Manövern, sondern an einfachen Dingen. Hier erfährst du die 10 häufigsten Fehler bei der praktischen Fahrprüfung – und wie du sie vermeidest.

Woran scheitern jedes Jahr viele Fahrschüler bei der praktischen Prüfung, obwohl sie eigentlich bereit wären? Oft sind es ganz klassische Fehler bei der praktischen Fahrprüfung, die über Bestehen oder Wiederholung entscheiden. Vom vergessenen Seitenblick über Unsicherheiten beim Parkieren bis hin zum falschen Tempo: Diese kleinen Stolperfallen passieren schnell, lassen sich aber genauso gut vermeiden.

In diesem Artikel zeigen wir dir die 10 häufigsten Fehler bei der praktischen Fahrprüfung und wie du sie ganz einfach in den Griff bekommst. So bist du mental, technisch und fahrerisch bestens vorbereitet auf deinen grossen Tag.

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1. Warum passieren so viele Fehler bei der praktischen Fahrprüfung?

Hast du schon mal das Gefühl gehabt, dein Kopf sei plötzlich leer, obwohl du eigentlich alles kannst? Genau das passiert unzähligen Fahrschülern – am Tag der praktischen Fahrprüfung. Plötzlich sitzt jemand Unbekanntes neben dir, beurteilt jede Bewegung, und genau jetzt darfst du dir keinen Fehler leisten. Kein Wunder, dass der Druck enorm ist.

Viele Fehler bei der praktischen Fahrprüfung entstehen nicht durch Unwissen oder fehlende Fahrpraxis – sondern durch Aufregung, Unsicherheit oder das Gefühl, unter Beobachtung zu stehen.

Was macht die Situation so besonders?

📌 Ein einmaliger Moment: Du bekommst keine zweite Chance in derselben Prüfung – was zählt, ist die Leistung in genau dieser einen Fahrt.
📌 Unberechenbarkeit: Du weisst weder, welche Route gefahren wird, noch, welche Verkehrssituationen dich erwarten.
📌 Prüferblick: Jede Entscheidung wird beobachtet, bewertet – und manchmal auch interpretiert.
📌 Hoher Erwartungsdruck: Nicht selten setzen sich Kandidaten selbst stark unter Druck – oder fühlen sich von Familie, Arbeitgeber oder Umfeld unter Zugzwang.

Gerade in solchen Situationen passieren häufig die klassischen Fehler bei der praktischen Fahrprüfung: ein übersehener Vortritt, das falsche Tempo in einer 30er-Zone oder das Versäumen eines Seitenblicks. All das wäre vermeidbar – wenn die Aufregung nicht dazwischenfunken würde.
Je vertrauter dir typische Prüfungssituationen sind, desto souveräner kannst du mit ihnen umgehen. Deshalb lohnt es sich, diese gezielt zu üben – zum Beispiel in einer realistischen Prüfungssimulation oder mit professioneller Unterstützung durch erfahrene Fahrlehrer.

👉 Du willst nicht nur wissen, welche Fehler du vermeiden solltest, sondern auch, wie du deine Fahrprüfung bestmöglich bestehst? Dann wirf einen Blick in unseren Artikel:
Tipps für deine praktische Prüfung – So bestehst du sicher deine Fahrprüfung.

Fehler bei der praktischen Fahrprüfung - Fahrschüler und Experte während der praktischen Fahrprüfung im Auto

2. Die 10 häufigsten Fehler bei der praktischen Fahrprüfung - mit konkreten Beispielen

Selbst gut vorbereitete Fahrschüler tappen bei der Prüfung immer wieder in dieselben Fallen. Viele dieser Fehler entstehen nicht aus Unwissen, sondern aus Nervosität, Stress oder mangelnder Konzentration. Wir zeigen dir die häufigsten Fehler bei der praktischen Fahrprüfung – und wie du sie ganz konkret vermeiden kannst.

2.1. Fehler 1 - Zu spätes oder fehlendes Beobachten beim Abbiegen und Spurwechsel

Eine der häufigsten Gründe fürs Durchfallen: Der fehlende oder zu späte Blick über die Schulter. Der sogenannte „Seitenblick“ ist bei jedem Spurwechsel, Abbiegen oder Einspuren zwingend erforderlich – unabhängig davon, ob du im Spiegel bereits niemanden gesehen hast.

Warum das problematisch ist:
Experten werten das fehlende Beobachten als schwerwiegenden Fehler, weil du damit die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer gefährden könntest – etwa Velofahrer oder Töfffahrer im toten Winkel.

Typische Situationen, in denen Fehler passieren:

🔹 Du wechselst den Fahrstreifen ohne vorherigen Seitenblick
🔹 Du biegst ab und übersiehst einen Velofahrer, der rechts neben dir fährt
🔹 Du setzt den Blinker, kontrollierst aber nur den Rückspiegel
🔹 Du siehst zwar, machst aber keine sichtbare Kopfbewegung – und der Prüfer bemerkt es nicht

So machst du es besser:

✅ Immer mit Rückspiegel beginnen → dann Seitenspiegel → dann deutlich sichtbarer Seitenblick
✅ Lieber einmal zu viel als zu wenig schauen – insbesondere beim Fahrstreifenwechsel
✅ Kopfbewegung bewusst und sichtbar durchführen – so erkennt der Experte sofort: du hast alles im Blick
✅ In der Übungsphase gezielt „Spiegel-Blick-Seitenblick“-Abläufe trainieren, bis sie automatisiert sind

💡 Tipp: Mach den Seitenblick zu deiner Routine – nicht nur für die Prüfung, sondern für dein ganzes Fahrerleben. Sicherheit beginnt beim Sehen.

2.2. Verkehrszeichen übersehen oder falsch interpretieren

Die Verkehrszeichen sind im Strassenverkehr deine ständigen Begleiter. Trotzdem übersehen sie viele Prüflinge in der Anspannung des Moments. Mal wird ein Stopp-Schild zu spät wahrgenommen, mal eine Tempo-30-Zone schlicht ignoriert. Besonders gefährlich wird es, wenn ein Rechtsvortritt übersehen oder eine Einfahrtverbotstafel missachtet wird. Das wird automatisch als schwerwiegender Fehler gewertet.

Ein klassischer Fehler bei der praktischen Fahrprüfung ist das sogenannte „Tunnelblick-Fahren“: Der Fokus liegt zu sehr auf der Fahrspur oder dem Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer. Die Umgebung, inklusive Verkehrssignale, gerät aus dem Blick.

👉 Was Experten erwarten:

Du sollst zeigen, dass du die Bedeutung der wichtigsten Verkehrszeichen kennst, sie frühzeitig erkennst und dein Verhalten entsprechend anpasst. Dazu gehört auch, rechtzeitig zu reagieren, nicht erst im letzten Moment.

Häufige typische Beispiele:

🔹 Du fährst in ein Fahrverbot, weil du das Schild übersehen hast.
🔹 Du rollst langsam über eine Stopp-Linie, ohne wirklich anzuhalten.
🔹 Du beachtest ein Schild „Rechts hat Vortritt“ nicht und fährst einfach weiter.
🔹 Du verpasst ein Tempolimit-Schild und fährst zu schnell – oder unsicher zu langsam.

So kannst du diesen Fehler vermeiden:

✅ Blickführung trainieren: Nimm Verkehrszeichen bewusst wahr und baue diese aktiv in deinen Fahrstil ein.
✅ Stopp heisst Stopp: Nicht nur abbremsen – du musst zum vollständigen Stillstand kommen, auch wenn kein anderer da ist.
✅ Rechtsvortritt verinnerlichen: Besonders bei Quartierstrassen, wo keine Markierungen vorhanden sind.
✅ Regelmässig Theorie auffrischen: Gerade wenn die Prüfung schon länger her ist.

🚗 Tipp vom Fahrlehrer: Mach vor deiner praktischen Prüfung eine spezielle Lernfahrt, bei der du gezielt auf Schilder achtest und die Reaktion trainierst. Wer die Zeichen früh erkennt, bleibt gelassener – und sicherer.

2.3. Unsichere oder zögerliche Entscheidungsfindung

Viele Fahrschüler bestehen die Theorie mit Bravour, aber in der praktischen Prüfung hapert es an der Entscheidungskraft. Ein häufiger Fehler bei der praktischen Fahrprüfung ist es, an Kreuzungen oder Einmündungen zu lange zu zögern, selbst wenn genug Zeit zum sicheren Einbiegen vorhanden wäre.

Natürlich ist Vorsicht wichtig. Doch wer in Situationen zu unentschlossen agiert, bringt den Verkehr ins Stocken oder verwirrt andere Verkehrsteilnehmer. Zögerst du zu lange oder bleibst mitten auf der Kreuzung stehen, kann das als „mangelnde Verkehrsreife“ ausgelegt werden – ein entscheidendes Kriterium in der Beurteilung.

👉 Was Experten erwarten:

Du sollst zeigen, dass du in der Lage bist, Situationen korrekt einzuschätzen – und dich dann zügig, aber kontrolliert zu entscheiden. Weder Hektik noch planloses Zögern sind dabei zielführend. Eine klare Fahrweise signalisiert Souveränität.

Typische Beispiele:

🔹 Du fährst auf eine Hauptstrasse ein, hast eine grosse Lücke – zögerst aber so lange, dass die Lücke sich wieder schliesst.
🔹 Beim Linksabbiegen stehst du lange in der Mitte, traust dich aber nicht, obwohl mehrere Möglichkeiten bestanden hätten.
🔹 Du wartest bei einem Fussgängerstreifen, obwohl keine Fussgänger mehr zu sehen sind – und behinderst dadurch den Verkehrsfluss.
🔹 Du wechselst die Spur nicht, obwohl du genug Platz hast – und verpasst so die richtige Richtung.

So vermeidest du diesen Fehler:

✅ Vertraue deiner Einschätzung: Trainiere mit deinem Fahrlehrer realistische Situationen, in denen du bewusst schnelle, aber sichere Entscheidungen treffen musst.
✅ Behalte den Überblick: Beobachte nicht nur den direkt vorausfahrenden Wagen, sondern auch den Querverkehr, Ampeln und Fussgänger.
✅ Nutze die 3-Sekunden-Regel: Wenn du innerhalb dieser Zeit keine Entscheidung treffen kannst, analysiere, warum – und arbeite gezielt an deiner Reaktionsfähigkeit.
✅ Mentales Training: Stell dir verschiedene Verkehrssituationen vor und übe gedanklich deine Reaktion – das stärkt dein Selbstvertrauen.

🚦 Tipp: Eine realistische Prüfungssimulation kann dir helfen, Entscheidungsdruck zu üben – so reagierst du in der echten Prüfung souveräner.

Fehler bei der praktischen Fahrprüfung - Verunsicherte Fahrschülerin während der praktischen Fahrprüfung am Steuer

2.4. Falsche Tempowahl oder unangepasstes Fahrverhalten

Ein oft unterschätzter Fehler bei der praktischen Fahrprüfung ist die unangemessene Geschwindigkeit, sowohl in Form von zu schnellem als auch zu langsamem Fahren. Verkehrsexperten achten nicht nur auf Regelverstösse wie Geschwindigkeitsüberschreitungen, sondern auch darauf, ob du dich harmonisch in den Verkehrsfluss einfügst.

Langsames Fahren ist nicht automatisch sicheres Fahren. Wer ohne Grund mit 30 km/h durch eine 50er-Zone fährt, provoziert andere Verkehrsteilnehmer und zeigt Unsicherheit. Umgekehrt ist zu schnelles Fahren, selbst wenn es nur leicht über dem Limit liegt, ein klares Zeichen für mangelndes Risikobewusstsein.

👉 Was Fahrprüfer sehen wollen:

Du sollst das Tempo der Situation angemessen wählen. Das heisst: Innerorts nicht bummeln, auf Schnellstrassen nicht schleichen – aber auch nie übertreiben. Fahre aktiv mit dem Verkehr, ohne dich hetzen zu lassen.

Typische Fehler in der Praxis:

🔹 In Tempo-30-Zonen mit 45 km/h durchfahren, weil keine Bremsschwellen sichtbar sind.
🔹 Auf Autobahnauffahrten zu langsam beschleunigen – und dadurch das Einfädeln erschweren.
🔹 Nach einem Ortsausgangsschild weiterhin mit 50 km/h fahren, obwohl 80 erlaubt wären – und dadurch Kolonnen bilden.
🔹 In Kurven oder bei nasser Strasse mit der normalen Geschwindigkeit weiterfahren, ohne Anpassung.

So vermeidest du diesen Fehler:

✅ Lies die Verkehrssituation: Schilder, Strassenbreite, Witterung, andere Fahrzeuge – all das hilft dir, das passende Tempo zu wählen.
✅ Nimm Geschwindigkeitsveränderungen aktiv wahr: Nicht nur an Schildern orientieren, sondern bewusst beschleunigen oder verlangsamen.
✅ Nutze Blickführung und weiten Horizont: Wer weit vorausschaut, erkennt früh, ob eine Temporeduktion nötig wird – etwa durch Baustellen, Fussgänger oder Ampeln.
✅ Verinnerliche Richtwerte: 30 bei Schulwegen, 50 innerorts, 80 ausserorts – das ist deine Basis. Von dort passt du dich den Gegebenheiten an.

🎯 Tipp: Übe das „Mitschwimmen“ auf vielbefahrenen Strassen mit deinem Fahrlehrer – du wirst merken, wie schnell sich ein gutes Tempogefühl einstellt.

2.5. Ungenügende Abstände

Ein Klassiker unter den häufigsten Fehlern bei der praktischen Fahrprüfung: Der Sicherheitsabstand wird unterschätzt oder schlicht vergessen. Dabei ist das Einhalten des richtigen Abstands ein zentraler Aspekt der Fahrkompetenz. Wer zu nah auffährt, zeigt mangelnde Voraussicht, erhöht das Unfallrisiko und bringt sich selbst sowie andere in Gefahr.

Dieser Fehler zählt klar zu den häufigsten Fehlern bei der praktischen Fahrprüfung, gerade weil viele Fahrschüler unter Stress instinktiv näher auffahren, als sie es eigentlich gelernt haben.

👉 Was Fahrprüfer sehen wollen:

Ein gutes Gefühl für Distanzen. Du sollst jederzeit so fahren, dass du auf unerwartete Bremsmanöver des Vordermanns reagieren kannst. Wer „drängelt“ oder sich durch stockenden Verkehr zu dicht anschliesst, wirkt unaufmerksam oder gar rücksichtslos.

Typische Fehler in der Prüfung:

🔹 Auf der Landstrasse oder Autobahn zu dichtes Auffahren bei höherem Tempo.
🔹 Im Stadtverkehr das Auto vor dir beim Anfahren fast „anschieben“.
🔹 Beim Stillstand (z. B. Stau oder Ampel) zu wenig Abstand, sodass kein Fluchtweg mehr bleibt.
🔹 In der Kolonne unruhiges „Stop-and-Go“ mit zu kurzer Reaktionszeit.

So vermeidest du diesen Fehler:

✅ Abstandsregel „2 Sekunden“: Bei trockener Strasse solltest du mindestens zwei Sekunden Abstand zum Vordermann halten. Nutze feste Orientierungspunkte (z. B. Pfosten, Schatten).
✅ Im Stand: Halte so viel Abstand, dass du die Hinterräder des Vordermanns noch auf dem Boden sehen kannst. Das zeigt: Du kannst jederzeit ausweichen.
✅ Nicht „schieben“ lassen: Auch wenn hinter dir gedrängelt wird – bewahre deinen Abstand. Das zeigt Reife und Selbstständigkeit.
✅ Gefühl für Tempo entwickeln: Wer seine Geschwindigkeit bewusst wählt, kann Abstände besser kontrollieren – statt ständig zu bremsen oder zu beschleunigen.

🎯 Tipp: Übe auf der Autobahn oder Landstrasse bewusst, den Blick nicht nur auf das Heck des Vordermanns zu richten, sondern weiter nach vorne – das reduziert das Risiko, ungewollt aufzuschliessen.

2.6. Ungenaues Parkieren oder Manövrieren

Für viele Prüflinge der schlimmste Moment: Das Manöver. Ob seitliches Einparken, Rückwärtsfahren um eine Ecke oder korrektes Wenden – in der praktischen Fahrprüfung muss gezeigt werden, dass man das Fahrzeug sicher und kontrolliert im Griff hat. Genau hier passieren oft Flüchtigkeitsfehler, die den Eindruck mangelnder Fahrzeugbeherrschung hinterlassen.

Besonders bitter: Auch kleine Unsicherheiten in diesem Bereich gehören zu den häufigsten Fehlern bei der praktischen Fahrprüfung und können aus Sicht der Prüfexperten den Ausschlag für ein «nicht bestanden» geben.

👉 Was Fahrprüfer sehen wollen:

Sicheres, vorausschauendes Manövrieren – auch unter Druck. Es geht nicht um absolute Perfektion, sondern um klare Kontrolle, richtige Einschätzung der Platzverhältnisse und saubere Beobachtung.

Typische Fehler in der Prüfung:

🔹 Beim Einparken zu weit vom Randstein entfernt (mehr als ca. 30 cm)
🔹 Rückwärtsfahren ohne ausreichende Beobachtung (z. B. kein Blick über die Schulter)
🔹 Unsicherheit bei der Einschätzung der Fahrzeuglänge – unnötiges Rangieren
🔹 Beim Umkehren zu enge Kurve, Randstein überfahren oder zu viel Raum benötigt
🔹 Parklücke „verpasst“ und trotzdem hineinzwingen

So vermeidest du diesen Fehler:

✅ Ruhig bleiben: Manöver sind keine Zeitrennen – nimm dir den Moment, um korrekt zu positionieren.
✅ Beobachtungspflicht einhalten: Verwende Rückspiegel, kontrolliere toten Winkel, drehe dich sichtbar um – Prüfer achten hier sehr genau.
✅ Übung macht Sicherheit: Parkieren und Rückwärtsfahren sind Techniken – je mehr du sie trainierst, desto entspannter wirst du in der Prüfung.
✅ Saubere Kommunikation: Blinkst du beim Aus- oder Einparken? Gibst du klar zu erkennen, was du vorhast?
✅ Fahrzeuge in der Nähe respektieren: Auch beim Manövrieren zählt, wie du dich im Verkehrsraum bewegst – achte auf Fussgänger, Velofahrer und Gegenverkehr.

🎯 Tipp: Parkieren übt man am besten an echten Strassen mit Markierungen und Hindernissen – nicht nur auf dem Übungsplatz. Frage deine Fahrlehrperson nach realitätsnahen Prüfungssituationen.

Fehler bei der praktischen Fahrprüfung - Fahrschülerin blickt rückwärts beim Manövrieren während der praktischen Fahrprüfung

2.7. Falsches Verhalten bei Rechtsvortritt und Vortrittsregelung

Kaum ein Bereich sorgt bei Fahrschülern für so viel Unsicherheit wie die Vortrittsregelung. Dabei gilt in der Schweiz ein einfaches Grundprinzip: Rechts hat Vortritt. Dennoch gehört das falsche Verhalten bei Rechtsvortritt zu den häufigsten Fehlern bei der praktischen Fahrprüfung – oft aus Unachtsamkeit, manchmal aus Unsicherheit.

Wer an einer unübersichtlichen Kreuzung zögert oder unnötig bremst, riskiert nicht nur einen flüssigen Verkehrsfluss, sondern zeigt dem Experten auch fehlendes Vertrauen in die eigene Fahrkompetenz. Umgekehrt kann das Missachten des Vortrittsrechts zu gefährlichen Situationen führen – und in der Prüfung sofort zum Durchfallen.

👉 Was Fahrprüfer sehen wollen:

Prüflinge sollen das Vortrittsrecht korrekt anwenden, weder zögerlich noch rücksichtslos. Wichtig ist die Fähigkeit, auch in komplexen Situationen ruhig zu entscheiden.

Häufige Fehler im Zusammenhang mit dem Vortritt:

🔹 Missachtung des Rechtsvortritts in Tempo-30-Zonen oder Nebenstrassen
🔹 Unsicherheit: unnötiges Anhalten trotz Vortritt
🔹 Zu spätes Erkennen von Vortrittsstrassen
🔹 Verwechseln von gleichwertigen Kreuzungen und vortrittsgeregelten Einmündungen
🔹 Zu spätes oder gar kein Bremsen bei entzogenem Vortritt

So vermeidest du diesen Fehler:

✅ Kenne die Regeln: Rechts hat Vortritt – ausser die Beschilderung sagt etwas anderes (z. B. STOP, Hauptstrasse, kein Vortritt).
✅ Blicke aktiv nach rechts und links: Schon bei der Annäherung an die Kreuzung – das zeigt dem Experten deine Aufmerksamkeit.
✅ Flüssig fahren: Wer unnötig zögert, wirkt unsicher. Wenn du Vortritt hast, fahr bestimmt – aber aufmerksam.
✅ Achte auf die Strassenmarkierungen: Vortrittsregelungen erkennt man nicht nur an Tafeln, sondern auch an Strichführung, Gehwegen oder Querungen.
✅ Sonderfall Kreisverkehr: Auch hier ist Beobachtung entscheidend – reinfahren nur, wenn wirklich frei.

🎯 Tipp: Frage deinen Fahrlehrer gezielt nach Kreuzungen, die häufig in Prüfungsrouten vorkommen. Lokale Kenntnisse geben dir Sicherheit.

2.8. Zu spätes Reagieren auf Fussgänger oder Velofahrer

Der Strassenverkehr besteht nicht nur aus Autos. Wer sich zu stark auf motorisierte Fahrzeuge konzentriert, vergisst schnell, dass Fussgänger und Velofahrer besonders schutzbedürftig sind. Genau hier passieren viele typische Fehler bei der praktischen Fahrprüfung – vor allem durch zu spätes oder falsches Reagieren.

Gerade in der Nähe von Fussgängerstreifen, an Haltestellen, in Tempo-30-Zonen oder beim Abbiegen ist höchste Aufmerksamkeit gefragt. Denn hier erwarten Verkehrexperten, dass du nicht nur reagierst, sondern vorausschauend handelst. Wer etwa einen wartenden Fussgänger zu spät erkennt oder einen Velofahrer beim Rechtsabbiegen schneidet, gefährdet nicht nur andere, sondern fällt in der Prüfung garantiert durch.

👉 Was der Experte sehen will:

Du erkennst potenzielle Gefahren rechtzeitig, passt dein Tempo entsprechend an und gibst schutzbedürftigen Verkehrsteilnehmern den nötigen Raum – auch ohne dass es zu einer kritischen Situation kommt.

Häufige Fehler in der Prüfung:

🔹 Fussgängerstreifen übersehen oder zu spät bremsen
🔹 Velofahrer beim Rechtsabbiegen schneiden oder gefährden
🔹 Kein Seitenblick beim Abbiegen in Zonen mit Veloverkehr
🔹 Nicht anhalten, wenn Fussgänger offensichtlich die Strasse überqueren möchten
🔹 Überholen von Velos mit zu geringem Abstand (weniger als 1,5 m)

So vermeidest du diesen Fehler:

✅ Langsam und vorausschauend fahren: Besonders in Zonen mit vielen Fussgängern oder Velos – lieber einmal zu viel als zu wenig bremsen.
✅ Augenkontakt suchen: Wenn Fussgänger am Fussgängerstreifen warten – bremsen. Wenn sie nur rumstehen – langsam weiterfahren, aber bereit sein.
✅ Beim Rechtsabbiegen: Immer Seitenblick, auch bei klarer Verkehrslage. Ein kurzer Blick kann Leben retten.
✅ Genügend Abstand halten: Velofahrer brauchen Platz – und reagieren empfindlich auf Windzug oder zu nahes Überholen.
✅ Anhalten bei Unsicherheit: Wenn du nicht sicher bist, ob du Vorrang hast – lieber stoppen und die Situation klären.

🎯 Tipp: Übe gezielt das Zusammenspiel mit unmotorisierten Verkehrsteilnehmern – besonders in Prüfungsgebieten mit Schulzonen, Velowegen und unübersichtlichen Querungen.

2.9. Falscher Umgang mit dem Kupplungspedal (ständiges Abwürgen, schleifen lassen)

Gerade bei Fahrzeugen mit Handschaltung gehört der richtige Umgang mit Kupplung und Gangschaltung zu den grössten Stolpersteinen in der Fahrprüfung. Zu spätes Einkuppeln, ständiges Schleifenlassen oder das klassische Abwürgen des Motors – all das gehört zu den typischen Fehlern bei der praktischen Fahrprüfung, die leicht vermeidbar wären.

Viele Prüflinge entscheiden sich inzwischen dafür, die Fahrprüfung auf einem Automatikfahrzeug zu absolvieren – auch weil der frühere Automatikeintrag seit 2019 nicht mehr im Führerausweis erscheint. Doch: Wer glaubt, mit einem Automatikauto sei die Prüfung „fehlerfrei machbar“, täuscht sich. Auch hier wird genau auf saubere Fahrzeugbedienung geachtet – etwa beim Bremsen, Anfahren oder dem Verhalten an Steigungen.

Typische Fehler bei Schaltfahrzeugen:

🔹 Fahrzeug abgewürgt beim Anfahren an der Ampel
🔹 Kupplung dauerhaft schleifen lassen (Überhitzungsgefahr)
🔹 Unsicheres Einkuppeln in Kurven oder vor Hindernissen
🔹 Abrupte Gangwechsel ohne Gefühl für Drehzahl oder Geschwindigkeit

Typische Fehler bei Automatikfahrzeugen:

🔹 Zu ruckartiges Bremsen oder Anfahren
🔹 Ständiger Wechsel zwischen D und N im Stand (unnötig)
🔹 Unkontrolliertes Anrollen an Steigungen
🔹 Falsche Fussposition (z. B. gleichzeitig Gas und Bremse)

👉 Was der Fahrprüfer sehen will:

Du beherrschst dein Fahrzeug technisch – ohne Hektik, Ruckeln oder Unsicherheit. Die Bedienung läuft ruhig, kontrolliert und der Situation angepasst.

So vermeidest du diesen Fehler:

✅ Üben, üben, üben: Gerade das Anfahren mit Kupplung (z. B. an Steigungen) braucht Routine.
✅ Saubere Bewegungen: Pedale nicht abrupt, sondern gleichmässig bedienen.
✅ Sitzposition optimieren: Wer gut sitzt, hat auch die Pedale besser im Griff.
✅ Gefühl entwickeln: Beobachte Drehzahlmesser und Motorgeräusch – das hilft beim optimalen Schaltzeitpunkt.
✅ Automatik nicht unterschätzen: Auch hier erwartet der Experte eine souveräne, ruhige und sichere Bedienung.

🎯 Tipp: Wenn du noch unsicher im Umgang mit deinem Prüfungsfahrzeug bist – plane unbedingt eine zusätzliche Fahrlektion kurz vor der Prüfung ein, um technische Unsicherheiten gezielt auszumerzen.

Schaltgetriebe im Auto – typische Fehler bei der praktischen Fahrprüfung durch unsaubere Fahrzeugbedienung

2.10. Zu wenig vorausschauendes Fahren

Einer der schwerwiegendsten Fehler bei der praktischen Fahrprüfung ist mangelndes vorausschauendes Fahren. Viele Prüflinge sind so auf die unmittelbare Fahrspur und ihre Manöver konzentriert, dass sie das grössere Verkehrsgeschehen gar nicht richtig wahrnehmen – ein klarer Minuspunkt in den Augen des Experten.

Wer vorausschauend fährt, erkennt frühzeitig mögliche Gefahrenquellen, passt das Tempo rechtzeitig an und trifft überlegte Entscheidungen – nicht erst im letzten Moment. Genau das unterscheidet einen reaktiven von einem souveränen Fahrer.

Typische Fehler in der Prüfung:

🔹 Spät erkannt, dass ein Fussgänger Richtung Zebrastreifen geht
🔹 Erst im letzten Moment auf ein Stauende oder ein abbiegendes Fahrzeug reagiert
🔹 Scharfes Bremsen wegen zu später Geschwindigkeitsanpassung
🔹 Unklarheit bei sich verengender Strasse oder abknickender Vorfahrt
🔹 Kein Blick auf Seitenstrassen, wo andere Fahrzeuge einbiegen könnten

Diese Situationen sind keine Seltenheit – und dennoch oft vermeidbar. Denn sie entstehen meist nicht durch fehlendes Wissen, sondern durch einen Tunnelblick im Stress der Prüfung.

So vermeidest du diesen Fehler:

✅ Scanne deine Umgebung: Blick nicht nur auf die Strasse direkt vor dir, sondern immer 10–15 Sekunden voraus.
✅ Blickführung trainieren: Schau regelmässig in Rück- und Seitenspiegel – nicht nur auf Befehl des Experten.
✅ Verkehrsfluss lesen lernen: Erkenne frühzeitig, wann sich ein Fahrstreifen verengt oder ein Abbieger stockt.
✅ Ruhe bewahren: Wer hektisch reagiert, fährt unruhig – wer vorausschauend denkt, fährt sicher.

👉 Was der Fahrprüfer sehen will:

Du hast nicht nur dein Fahrzeug im Griff, sondern den gesamten Verkehr im Blick. Du fährst antizipierend – das heisst: Du erkennst Situationen, bevor sie akut werden, und reagierst entsprechend ruhig und überlegt.

🎯 Tipp: Bitte deinen Fahrlehrer vor der Prüfung um eine letzte Fahrt mit Fokus auf „Blickverhalten & Weitsicht“. Ein gezieltes Feedback dazu hilft enorm – gerade, wenn du Prüfungsangst hast oder zu stark auf Einzelaktionen fokussiert bist.

Fazit: Gut vorbereitet - Entspannt zur Fahrprüfung

Die häufigsten Fehler bei der praktischen Fahrprüfung sind oft keine Frage des Könnens, sondern der Konzentration und inneren Ruhe. Wer die typischen Stolperfallen kennt und gezielt daran arbeitet, erhöht seine Chancen auf Anhieb zu bestehen – deutlich.
Unser Tipp: Bereite dich nicht nur technisch vor, sondern auch mental. Mit gezielten Übungsfahrten, einem klaren Verständnis der Verkehrsregeln und professioneller Begleitung durch unsere Fahrlehrer schaffst du die Prüfung mit Sicherheit.

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