So läuft deine praktische Fahrprüfung ab - Der komplette Ablauf, Tipps & Einblicke

Wie läuft die praktische Fahrprüfung wirklich ab? In diesem Artikel erhältst du einen umfassenden Überblick über den Ablauf der praktischen Fahrprüfung, mit Tipps, Einblicken und allem, was du für deinen Prüfungstag wissen musst.

1. Wie läuft die praktische Fahrprüfung ab und worauf kommt es wirklich an?

Viele Fahrschüler stellen sich genau diese Frage, oft begleitet von Nervosität, Unsicherheit oder der Sorge, bereits beim kleinsten Fehler durchzufallen. Das Gefühl, unter Druck perfekt funktionieren zu müssen, ist weit verbreitet. Doch die Wahrheit sieht oft entspannter aus, als man denkt.

Natürlich ist die Fahrprüfung ein wichtiger Meilenstein im Leben. Sie zeigt, ob du bereit bist, sicher am Strassenverkehr teilzunehmen. Aber: Niemand erwartet absolute Perfektion – auch die Verkehrsexperten nicht. Auch kleine Patzer müssen nicht automatisch zum Durchfallen führen. Was zählt ist der Gesamteindruck: Dein Verhalten im Verkehr, deine Aufmerksamkeit, dein Umgang mit dem Fahrzeug, deine Verantwortung gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern und ob du das, was du in den Fahrstunden gelernt hast, sicher anwenden kannst.

Der Ablauf der praktischen Fahrprüfung folgt dabei einem klar strukturierten Muster. Der Verkehrsexperte – also dein Prüfer – ist nicht dein Gegner, sondern eine neutrale Fachperson. Sein Ziel ist es nicht, dich scheitern zu sehen, sondern objektiv zu beurteilen, ob du für den Alltag im Strassenverkehr bereit bist. Dabei achtet er auf dein Fahrverhalten in realistischen Situationen, deine Reaktion auf andere Verkehrsteilnehmer und ob du vorausschauend und verantwortungsvoll fährst.

In diesem Artikel zeigen wir dir genau, wie der Ablauf der praktischen Fahrprüfung aussieht, worauf Verkehrsexperten genau achten und wie du dich ideal darauf vorbereitest. So gehst du sicherer, entspannter und selbstbewusster in deinen grossen Tag.

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Praktische Fahrprüfung bestanden – Stempel vor einem Fahrschule-Schild

2. Der Ablauf der praktischen Fahrprüfung - Schritt für Schritt

Viele Fahrschüler und Fahrschülerinnen fragen sich: Was genau passiert eigentlich während der praktischen Fahrprüfung? Was erwartet mich? Welche Abläufe sind festgelegt? Worauf achtet der Verkehrsexperte wirklich?
In diesem Abschnitt zeigen wir dir ausführlich und detailliert, wie die Prüfung genau abläuft, vom ersten Kontakt bis zum Ende der Fahrt. So kannst du dich gezielt vorbereiten und gehst deutlich entspannter an die praktische Führerprüfung.

👉 Leidest du unter Prüfungsangst? In unserem Artikel «Prüfungsangst bei der Fahrprüfung: Ursachen, Tipps & Strategien zur Überwindung» findest du weitere passende Tipps.

2.1. Vorbereitung durch den Verkehrsexperten

Bevor du überhaupt ins Fahrzeug steigst, beginnt für den Verkehrsexperten die eigentliche Arbeit – im Hintergrund, aber mit grosser Sorgfalt. Denn jede Fahrprüfung wird individuell vorbereitet, basierend auf deinen Daten, deinem bisherigen Verlauf und den gesetzlichen Rahmenbedingungen.

1️⃣ Prüfung der Akten
Der Experte wirft zuerst einen Blick auf deine Personalien und überprüft, ob du alle Voraussetzungen erfüllst (z.B. gültiger Lernfahrausweis, usw.). Zudem schaut er sich deine Prüfungshistorie an. Warst du schon einmal zur Fahrprüfung angemeldet? Gab es Auflagen oder Besonderheiten? Diese Informationen helfen dem Experten, die Prüfung bestmöglich auf dich abzustimmen.

2️⃣ Planung der Route & des Prüfungsprogramms
Der Experte plant im Vorfeld eine standardisierte Prüfungsroute, die alle relevanten Verkehrssituationen abdeckt, etwa Stadtverkehr, Verzweigungen, Kreisverkehrsplätze, Landstrassen und Manöver wie Parkieren oder Wenden. Ziel ist es, eine faire, realitätsnahe Prüfungssituation zu schaffen, in der sich zeigt, wie sicher und vorausschauend du dich im Strassenverkehr bewegst.
Die Route wird nicht individuell auf den Kandidaten zugeschnitten, da der Verkehrsexperte weder deinen Ausbildungsstand kennt noch beeinflussen darf. Er geht davon aus, dass du prüfungsreif bist, so wie es die Anmeldung zur Fahrprüfung voraussetzt.

3️⃣ Einhaltung administrativer Vorgaben
Der gesamte Ablauf muss den behördlichen Vorgaben entsprechen. Dazu gehören die Prüfungsdauer, die einzuhaltenden Standards je nach Fahrzeugkategorie sowie die Dokumentation deiner Leistung. Der Experte sorgt dafür, dass alles korrekt und regelkonform abläuft. Du kannst dich also darauf verlassen, dass faire Bedingungen herrschen.

2.2. Begrüssung & Orientierung des Kandidaten

Bevor die praktische Fahrprüfung richtig beginnt, findet in der Regel ein kurzes, persönliches Gespräch zwischen dir und dem Verkehrsexperten statt. Diese Begrüssung ist ein wichtiger Bestandteil des offiziellen Prüfungsablaufs. Sie dient nicht nur der Orientierung, sondern auch dazu, eine angenehme, ruhige Atmosphäre zu schaffen.

Der Experte begrüsst dich meist ausserhalb des Fahrzeugs in einem neutralen Ton – freundlich, respektvoll und ohne Zeitdruck. Ziel ist es, dir die erste Nervosität zu nehmen und die Fahrprüfung unter fairen Bedingungen zu starten. Es geht hier ausdrücklich nicht darum, dich zu verunsichern oder zu testen.

Im Rahmen dieses Einstiegs erklärt dir der Experte den Ablauf der praktischen Fahrprüfung. Dazu gehören Hinweise zur Dauer der Prüfung, die Einteilung in verschiedene Phasen und wie die Anweisungen während der Fahrt formuliert werden. Auch auf mögliche Rückfragen oder Unsicherheiten deinerseits wird der Experte eingehen, solange sie den Prüfungsrahmen natürlich nicht überschreiben.

Typische Inhalte des Gesprächs:
🔹 „Ich werde Ihnen während der Fahrt rechtzeitig sagen, wo es langgeht.“
🔹 „Wenn etwas unklar ist, fragen Sie bitte nach, bevor Sie reagieren.“
🔹 „Es geht nicht um Perfektion. Fahren Sie ruhig, genau so wie Sie es gelernt haben.“

Der Experte wird keine Fangfragen stellen oder dich auf theoretischem Wissen abklopfen. Das ist nicht seine Aufgabe. Auch eine Bewertung findet an dieser Stelle noch nicht statt. Es geht einzig darum, dir den Start in die praktische Fahrprüfung zu erleichtern, dich über den Ablauf zu informieren und eine konstruktive Grundstimmung zu schaffen.

💡 Tipp: Höre bei diesem Gespräch gut zu und nutze die Gelegenheit, kurz durchzuatmen. Ein klarer Einstieg hilft dir, sicherer und fokussierter in die Prüfung zu gehen.

Praktische Fahrprüfung – Fahrprüfer begrüßt Kandidatin vor Beginn der Prüfung

2.3. Vor Prüfungsbeginn: Ausweiskontrolle, Fahrtüchtigkeit und Fahrzeugcheck

Bevor es wirklich losgeht, führt der Verkehrsexperte einige wichtige Kontrollen durch – formale, aber entscheidende Schritte für einen reibungslosen Ablauf der praktischen Fahrprüfung.

1️⃣ Lernfahrausweis & Identität prüfen
Zunächst musst du deinen Lernfahrausweis vorzeigen. Der Experte vergleicht die Angaben mit deinen persönlichen Daten und stellt sicher, dass alles den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Ohne gültigen Ausweis darf die Prüfung nicht durchgeführt werden.

2️⃣ Kontrolle der Fahrtüchtigkeit
Auch deine Fahrtüchtigkeit wird kurz beurteilt. Der Experte achtet auf mögliche Hinweise auf Beeinträchtigungen, zum Beispiel durch Medikamente, Alkohol, Drogen oder starke Übermüdung. Du musst also fahrtauglich und in einem wachen Zustand sein, sonst wird die Prüfung gar nicht erst gestartet.

3️⃣ Fahrzeugkontrolle – besonders bei privaten Autos
Wenn du mit dem Fahrzeug deiner Fahrschule zur praktischen Führerprüfung erscheinst, wurde es in der Regel professionell geprüft und ist vorschriftsgemäss ausgerüstet (Doppelpedalerie, zusätzliche Spiegel, betriebs- und verkehrssicher, usw.). Anders sieht es aus, wenn du ein privates Fahrzeug nutzt. In diesem Fall überprüft der Verkehrsexperte vor Prüfungsbeginn unter anderem:

🔹 Funktionstüchtigkeit von Licht, Blinkern, Bremsen
🔹 Technische Ausstattung (z. B. Rückspiegel, Sicherheitsgurte, usw.)
🔹 Allgemeinen Zustand und Betriebssicherheit

Ein besonders wichtiger Punkt: elektrische Handbremsen. Moderne Fahrzeuge sind oft damit ausgestattet und das kann problematisch werden, wenn sie sich vom Beifahrersitz aus erstens nicht bedienen lassen und zweiten nicht regelbar sind. Prüfer müssen im Notfall eingreifen können.
Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, wird die Prüfung ebenfalls unter kostenfolge abgesagt.

👉 Mehr dazu liest du im Artikel «Elektrische Handbremse bei privaten Übungsfahrten». Diese Infos gelten nicht nur für Übungsfahrten, sondern auch für die Fahrprüfung selbst.

👉 Möchtest du mehr über die Betriebs- und Verkehrssicherheit deines Fahrzeugs wissen? Dann lies unseren Artikel „Betriebssicherheit und Verkehrssicherheit: Das musst du über dein Auto wissen“.

2.4. Verhalten & Kommunikation - So läuft die praktische Fahrprüfung im Auto ab

Die praktische Fahrprüfung ist keine Schatzsuche mit Fangfragen, sondern eine realistische Fahrt, bei der dein Gesamtbild zählt. Der Verkehrsexperte beobachtet, wie du dich im Verkehr bewegst und führt dich mit klaren, rechtzeitigen Anweisungen durch den Ablauf.

1️⃣ Was der Experte besonders beobachtet
🔹 Fahrzeugbeherrschung & Verkehrssehen: Spiegelarbeit, Seitenblick, Lenken, Bremsen, Kupplung/Automatikbedienung (neu seit Juli 2025 auch den Umgang mit den Fahrassistenzsystemen, falls vorhanden)
🔹 Regelkonformität & Selbstständigkeit: Tempo, Vortritt, Signalisation, korrektes Einspuren – ohne „Nachschubser“.
🔹 Defensive, vorausschauende Fahrweise: Abstand, Blickführung 10 – 15 Sekunden voraus, Umgang mit anderen Verkehrspartnern.
🔹 Ruhiger Umgang mit Druck: Kleine Patzer dürfen und werden passieren; wichtig ist, wie du sie korrigierst.

Denk daran: Nervosität ist normal. Ein Experte erkennt das und hält den Rahmen ruhig und neutral. „Nervös, aber sicher“ ist okay – „nervös und riskant“ aber nicht.

2️⃣ So kommuniziert der Experte – und so reagierst du
🔹 Klare, rechtzeitige Anweisungen wie z.B.: „Bei der nächsten Möglichkeit rechts abbiegen“ oder „Beim nächsten Kreisverkehrsplatz die zweite Ausfahrt nehmen“ oder „Finden Sie hier auf der rechten Seite eine geeignete Parklücke und parken Sie seitwärts rückwärts ein.“
🔹 Was du tun solltest: Frag nach, wenn etwas unklar ist. Lieber fragen als raten. Bewahre Ruhe und bereite seine Anweisungen korrekt vor, bevor du sie ausführst (Blickführung, Spiegel, Blinker, usw.)

3️⃣ Was der Experte nicht macht:
🔹 Kein Fahrunterricht: Der Experte gibt dir keine Tipps im Sinn von „Jetzt wäre es besser…“.
🔹 Keine Theorieprüfung (keine Definitionen / Paragrafen abfragen)
🔹 Keine Anweisungen zu Regelverstössen: Du wirst nicht „reingelegt“. Der Experte verlangt nicht von dir bei der nächsten Verzweigung rechts abzubiegen, so dass du in einer Einbahnstrasse oder in einem Fahrverbot landest. Er gibt dir nur Anweisungen, die du auch tatsächlich regelkonform ausführen darfst.

4️⃣ Umgang mit Nervosität – was erlaubt ist
🔹 Du darfst um Wiederholung einer Anweisung bitten.
🔹 Du darfst an einer sicheren Stelle kurz anhalten (auf Aufforderung oder nach Absprache, tief durchatmen, sauber neu starten)
🔹 Der Experte kann bei sichtbarer Anspannung den Ablauf ruhig staffeln (ohne zu „erleichtern“).

5️⃣ Best-Practice für dich
🔹 Hör aktiv zu, wiederhole kurz, frag nach, wenn unklar.
🔹 Fahre deinen Stil, wie in den Fahrstunden – keine Experimente am Prüfungstag.
🔹 Bleib vorausschauend: Spiegelrhythmus, Seitenblick, Abstände, Tempogefühl
🔹 Fehler passiert? Egal! Weitermachen!

Praktische Fahrprüfung – Fahrprüfer gibt Anweisungen an Fahrschülerin während der Fahrt

3. Praktische Fahrprüfung - Die 3 Phasen

Die praktische Fahrprüfung ist bewusst gestuft aufgebaut. Der Ablauf steigert die Anforderungen Schritt für Schritt – vom Ankommen im Verkehr bis zu komplexen Situationen. So kann der Verkehrsexperte ein Gesamtbild deiner Fahrkompetenz gewinnen.

3.1. Phase 1 (ca. 10%) - Einfahren, Gewöhnung, Kommunikation

Ziel: Ankommen, Rhythmus finden, klare Kommunikation etablieren

Typischer Ablauf:
🔹 Losfahren ab Prüfstation oder nahegelegener Zone
🔹 Erste, einfache Abbiege- und Spurwechselvorgänge
🔹 Kurze Orientierung: «Wir fahren Richtung …», Hinweise auf Ansage-Stil

Darauf schaut der Experte besonders:
🔹 Fahrzeugbedienung: sanftes Anfahren/Bremsen, saubere und sichere Lenkarbeit
🔹 Beobachtung: Spiegelfolge, sichtbarer Seitenblick, Umfeldscans
🔹 Grundregeln: Blinken, Vortritte beachten, richtige Spurwahl

Häufige Patzer:
🔹 Hektischer Start, Kupplung ruckelt / Automatik rollt unkontrolliert
🔹 Seitenblick «vergessen», Blinksignale zu spät
🔹 Unnötig nervöses Fahren (zu langsam, unsicherer Spurverlauf)

So punktest du:
🔹 Zwei ruhige Atemzüge vor dem Anfahren
🔹 Spiegel – Seitenblick – Blinker konsequent sichtbar
🔹 Konsequent, aber gelassen: weder bummeln noch hetzen

3.2. Phase 2 (ca. 40-50%) - Normale Verkehrssituationen & Manöver

Ziel: Zeigen, dass du dich selbstständig, regelkonform und vorausschauend im Strassenverkehr bewegen kannst

Typische Inhalte:
🔹 Innerorts (30/50), Quartiere, Verzweigungen, Kreisverkehrsplätze
🔹 Ausserorts (80) und oft ein Autobahn-Abschnitt (Ein-/Ausfädeln)
🔹 Manöver: z.B. Parkieren (seitwärts oder rechtwinklig), Wenden, Rückwärtsfahren

Bewertungsschwerpunkte:
🔹 Regelkonformität: Vortritt, Signale, Linien, Geschwindigkeit
🔹 Sicherheitsräume: Abstände, Bremsbereitschaft, Blicktechnik
🔹 Selbstständigkeit: vorausschauende Planung, rechtzeitige Entscheidungen
🔹 Umweltbewusstes Fahren: flüssig, ohne unnötiges Beschleunigen/Bremsen

Typische Stolpersteine:
🔹 Zu spätes Reagieren auf andere Verkehrspartner, insbesondere Fussgänger und Radfahrer
🔹 Tunnelblick: Verkehrszeichen oder andere wichtige Hinweise übersehen
🔹 Zu langsames «Mitschwimmen», unsicher oder zu hektisch wirkend
🔹 Manöver hektisch: Randstein berührt, zu weit weg vom Randstein, Beobachtung fehlerhaft

Pro-Tipps:
🔹 Nutze die 2-Sekunden-Abstandsregel und setze klare Blickpunkte (Pfosten, Schatten).
🔹 Beim Manövrieren zählt Kontrolle vor Tempo! Nimm dir die Zeit und prüfe den toten Winkel sichtbar.
🔹 Auf der Autobahn zielstrebig beschleunigen, Spiegelarbeit & Blinker sauber, Einfädel-Lücken aktiv einschätzen

3.3. Phase 3 (40-50%) - Komplexe Situationen, Fahrdynamik & Belastbarkeit

Ziel: Nachweisen, dass du auch unter Dichte, Dynamik und Mehrfachbelastung sicher bleibst

Was jetzt kommt:
🔹 Dichtes Stadtbild mit mehreren Reizen gleichzeitig
🔹 Mehrspurige Knoten, Spurwechsel unter Verkehrsdruck
🔹 Abknickende Vorfahrt, Busspuren, Baustellen, ungewollte Wegweiser
🔹 Routenwechsel kurzfristig («Bitte der Signalisation in Richtung … folgen»)

Worauf besonders geachtet wird:
🔹 Voraussicht: Umfeld scannen (10 – 15 Sekunden voraus), Gefahren rechtzeitig antizipieren
🔹 Entschlusskraft: klare Entscheidungen ohne Zögern, aber nie riskant
🔹 Fahrdynamik: Kurvenlinie, Geschwindigkeit in Kurven/Witterung, stabiler Fahrzeuglauf
🔹 Stresskompetenz: Prioritäten richtig setzen (erst sichern, dann suchen)

Typische Fehlerbilder:
🔹 Späte Geschwindigkeitsreduktion, scharfes Bremsen
🔹 Unklare Spurwahl bei Wegweisern
🔹 Vortrittslagen falsch eingeschätzt, weil die Informationsdichte hoch ist
🔹 Zu nahe auffahren, weil man «dran bleiben» will

So bleibst du souverän:
🔹 Blick weit voraus, Spiegelrhythmus beibehalten (Innen-Aussen-Seitenblick, wenn nötig), aber die gezielten Nachkontrollen nicht vergessen
🔹 Prioritätensetzer: Sicherheit geht vor Navigation! Verpasst? Dann wähle die nächstmögliche Option.

3.4. Vom Leichten zum Schweren - Das Prinzip hinter dem Ablauf

Die Fahrprüfung folgt dem Prinzip „vom Leichten zum Schweren“. Zu Beginn stehen einfache Fahraufgaben im Vordergrund, damit du deine Grundkompetenzen unter Beweis stellen kannst. Danach folgen realistische Alltagssituationen, bevor zum Schluss komplexe Verkehrslagen geprüft werden. Einzelne kleine Patzer sind dabei nicht automatisch ausschlaggebend – entscheidend ist der Gesamteindruck, den du hinterlässt. Sicherheit, Regelbeachtung, vorausschauendes Handeln und eine selbstständige Fahrweise sind die Kriterien, an denen dich der Verkehrsexperte misst. Je weiter die Prüfung fortschreitet, desto mehr Eigenverantwortung erwartet er von dir: Wegweiser selbstständig befolgen, Lücken im Verkehr richtig einschätzen und in jeder Situation korrekt priorisieren. Wenn du weisst, welche Anforderungen in welcher Prüfungsphase auf dich zukommen, kannst du dein Training und deine mentale Vorbereitung gezielt darauf ausrichten und deutlich entspannter an den Start gehen.

4. Praktische Fahrprüfung - Abbruch und Folgen

Eine praktische Fahrprüfung kann in Ausnahmefällen vorzeitig beendet werden. Ob sie dann als bestanden oder nicht bestanden gilt, hängt davon ab, ob der Grund mit oder ohne Verschulden des Kandidaten eingetreten ist.

4.1. Mit Verschulden des Kandidaten

🚫 Schwere Regelverletzung oder Gefährdung
Eine sofortige Beendigung der Fahrprüfung erfolgt in der Regel, wenn du durch dein Fahrverhalten eine ernsthafte Gefahr für dich selbst oder andere geschaffen hast.

Beispiele:
🔹 Überfahren eines roten Lichtsignals
🔹 Missachtung des Vortritts mit gefährlicher Situation für den Querverkehr
🔹 Stark überhöhte Geschwindigkeit, besonders bei schlechten Wetterbedingungen
🔹 Riskantes Überholmanöver trotz unklarer Verkehrslage

💡 Warum das so schwer wiegt: Der Verkehrsexperte muss jederzeit die Sicherheit gewährleisten. Kommt es zu einer konkreten oder auch nur potenziellen Gefährdung, ist das Vertrauensverhältnis in deine Fahrkompetenz nicht mehr gegeben.

💥 Unfall mit Sach-/Personenschaden
Kommt es während der praktischen Fahrprüfung zu einem selbstverschuldeten Unfall, ist die Prüfung sofort beendet.

Beispiele:
🔹 Auffahrunfall durch zu geringen Abstand
🔹 Anfahren eines parkenden Autos beim Manövrieren
🔹 Streifen eines Radfahrers beim Überholen

💡 Folge: Selbst kleine Blechschäden können ein klares Zeichen für mangelnde Fahrzeugkontrolle oder fehlende Aufmerksamkeit sein – das reicht für einen negativen Entscheid.

❓ Zweifel an Fahreignung
Manchmal zeigen sich während der Fahrt Hinweise, dass du noch nicht bereit für den selbstständigen Strassenverkehr bist. Das muss nicht nur ein einzelner Fehler sein, sondern kann aus einer Häufung kleinerer Fehler oder einer allgemeinen Überforderung resultieren.

Beispiele:
🔹 Häufiges falsches Einspuren oder Orientierungsprobleme
🔹 Wiederholtes Nichtbeachten von Verkehrszeichen
🔹 Unsichere Fahrzeugbedienung, z.B. wiederholtes Abwürgen in kritischen Momenten

💡 Warum abgebrochen wird: Der Experte muss einschätzen, ob du die nötige Selbstständigkeit und Sicherheit besitzt – wenn nicht, wird aus Sicherheitsgründen beendet.

🙋‍♂️ Kandidat bricht selbst ab
In seltenen Fällen beendest du die praktische Fahrprüfung selbst.

Mögliche Gründe:
🔹 Plötzliche Übelkeit oder Kreislaufprobleme
🔹 Extreme Nervosität oder Panik
🔹 Unerwartete persönliche Gründe

💡 Tipp: Wenn du dich während der Prüfung unwohl fühlst, ist es besser, offen mit dem Experten zu sprechen. Die Prüfung gilt zwar als nicht bestanden, aber Gesundheit und Sicherheit haben Vorrang.

➡️ Folge bei allen Fällen von Verschulden:
Die Fahrprüfung gilt als nicht bestanden. Anschliessend erhältst du vom Strassenverkehrsamt eine schriftliche Mitteilung, wann du dich erneut anmelden kannst. In der Regel kannst du nach einer Wartefrist – oft einige Wochen – einen neuen Termin buchen. Manche Kantone verlangen vor einer erneuten Anmeldung zusätzliche Fahrstunden mit einer Fahrlehrerin oder einem Fahrlehrer.

Führerprüfung Abbruch – Fahrschülerin reagiert enttäuscht nach Fehler während der Prüfung

4.2. Ohne Verschulden des Kandidaten

💥 Unfall ohne eigenes Verschulden
Es kann vorkommen, dass du in einen Verkehrsunfall verwickelt wirst, den jemand anderes verursacht hat.

Beispiele:
🔹 Dir fährt jemand beim Anhalten hinten auf
🔹 Ein anderer Verkehrsteilnehmer missachtet ein Stoppsignal und schneidet dich
🔹 Ein Radfahrer stürzt plötzlich vor dir auf die Fahrbahn
💡 Folge: Wenn der Experte eindeutig feststellen kann, dass dich keine Schuld trifft, wird dir das nicht negativ angerechnet.

🌧️ Plötzlicher Wetterumschlag
Plötzlich auftretendes Unwetter oder veränderte Strassenverhältnisse können eine sichere Weiterfahrt unmöglich machen.

Beispiele:
🔹 Starker Hagel oder Glatteisbildung
🔹 Dichte Nebelschwaden mit einer Sicht von deutlich unter 50 Metern
🔹 Orkanböen, die das Fahrzeug unkontrolliert machen
💡 Folge: Aus Sicherheitsgründen wird abgebrochen – und zwar unabhängig davon, wie weit die Prüfung fortgeschritten ist.

🚗 Fahrzeugdefekt
Ein technischer Defekt am Prüfungsfahrzeug kann die Fahrt ebenfalls vorzeitig beenden.

Beispiele:
🔹 Ausfall der Bremsen oder Lenkung
🔹 Platter Reifen mitten in der Fahrt
🔹 Komplettausfall der Beleuchtung bei schlechten Sichtverhältnissen
💡 Besonderheit bei Privatfahrzeugen: Wenn du nicht mit dem Fahrschulauto, sondern mit einem privaten Auto zur Prüfung fährst, trägt der Fahrzeughalter die Verantwortung für den einwandfreien Zustand. Ein Defekt kann hier besonders ärgerlich sein.

➡️ Folge in allen Fällen ohne Verschulden:
In allen Fällen, in denen der Abbruch ohne dein Verschulden erfolgt, kann die praktische Fahrprüfung dennoch als bestanden gewertet werden – vorausgesetzt, du hast mindestens 80 Prozent der Prüfungszeit absolviert und deine bisherigen Leistungen erfüllen die erforderlichen Kriterien.
Wurden weniger als 80 Prozent der Zeit gefahren, wird die Prüfung zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt oder neu angesetzt.

5. Praktische Fahrprüfung - Kategorisierung von möglichen Fehlern

Nicht jeder Patzer bei der praktischen Fahrprüfung bedeutet gleich das sofortige Aus. Wichtig ist, wie schwer der Fehler wiegt, ob eine Gefahr entstanden ist und wie du als Kandidat darauf reagierst.
Prüfer beurteilen nicht nur einzelne Momente, sondern den Gesamteindruck: Sicherheit, Regelkenntnis, vorausschauendes Fahren und Selbstständigkeit.

Um das transparent zu machen, werden Fehler in drei Kategorien eingeteilt: schwere, mittelschwere und leichte Fehler. Diese Entscheidung hilft zu verstehen, welche Situationen kritisch sind und bei welchen kleinen Unsicherheiten du trotzdem noch bestehen kannst.

🟥 Kategorie I – Schwere Fehler

Schwere Fehler sind Regelverstösse oder Fahrfehler, die bereits beim einmaligen Auftreten zum Nichtbestehen führen können. Meist handelt es sich um konkrete oder abstrakte Gefährdungen, bei denen die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer nicht mehr gewährleistet ist.
Hier einige typische Beispiele, mit Erklärung, Praxisbezug und Tipps zur Vermeidung:

⚠️ Bremsbereitschaft ungenügend:
Wenn du nicht rechtzeitig reagierst oder den Fuss nicht bremsbereit hast, kannst du in Gefahrensituationen nicht schnell genug anhalten.
Beispiel: Ein Kind steht am Strassenrand und du bleibst auf dem Gaspedal – der Prüfer muss eingreifen.
Tipp: In potenziell gefährlichen Situationen immer den Fuss über der Bremse positionieren und gegebenenfalls die Geschwindigkeit reduzieren.

🚗 Geschwindigkeit nicht angepasst:
Zu schnell oder zu langsam fahren kann gefährlich sein, etwa bei Regen, Nebel oder unübersichtlichen Verkehrssituationen.
Beispiel: 50 km/h in einer engen Tempo-30-Zone mit spielenden Kindern.
Tipp: Geschwindigkeit stets an Sicht, Verkehr und Strassenverhältnissen anpassen.

⛔ Vortrittsrecht mit Gefährdung verletzt:
Wer einem Vortrittsberechtigten die Fahrt abschneidet oder ihn stark zum Bremsen zwingt, begeht einen schweren Fehler.
Beispiel: Du führst in eine Hauptstrasse ein, obwohl ein Auto von links kommt.
Tipp: Lieber eine Sekunde länger warten als riskant einfädeln.

🚧 Sicherheitslinie überfahren (mit Behinderung oder Gefährdung):
Überfahren von Sicherheitslinien ist nur in Ausnahmefällen erlaubt und niemals mit Behinderung anderer.
Beispiel: Du überholst einen Radfahrer über eine Sicherheitslinie und schneidest dabei ein entgegenkommendes Auto.
Tipp: Überholen nur, wenn genügend Platz und Sicht vorhanden ist.

🔁 Gefährdung beim Fahrstreifenwechsel:
Ein Fahrstreifenwechsel ohne Seitenblick oder ohne ausreichenden Abstand kann sehr gefährlich sein.
Beispiel: Du wechselst auf den linken Fahrstreifen, während dort ein Fahrzeug im toten Winkel fährt.
Tipp: Immer Spiegel, Seitenblick und Blinker – genau in dieser Reihenfolge.

🌫️ Geschwindigkeit nicht den Sichtverhältnissen angepasst:
Nebel, Dunkelheit oder blendende Sonne erfordern eine Anpassung der Geschwindigkeit.
Beispiel: 80 km/h bei dichtem Nebel mit einer Sichtweite von nur 30 Metern ist viel zu gefährlich.
Tipp: Faustregel: Sichtweite in Metern = Maximale Geschwindigkeit in km/h.

🚀 Zulässige Höchstgeschwindigkeit massiv überschritten:
Deutlich über dem Limit zu fahren, ist ein sofortiges K.-o.-Kriterium.
Beispiel: 80 km/h in einer 50er-Zone
Tipp: Geschwindigkeitsbegrenzungen frühzeitig erkennen und konsequent einhalten.

🚦 Lichtsignale/Polizeizeichen nicht beachtet:
Eine rote Ampel oder ein Stoppsignal der Polizei zu überfahren, ist ein schwerer Verstoss.
Beispiel: Du rollst bei Rot in die Verzweigung.
Tipp: Bei Gelb lieber bremsen, wenn sicheres Anhalten noch möglich ist.

🚫 Fahrverbote und Anordnungen ignoriert:
Das Missachten von Verbotssignalen (z.B. Einfahrt verboten, Bus/Tram vorbehalten, Fahrverbot in beide Richtungen) oder von amtlichen Anweisungen (Polizeizeichen, Verkehrsdienst, temporäre Sperrungen/Umleitungen, Baustellenposten) gilt als schwerer Fehler.
Beispiel: Du fährst trotz klarer Sperrsignale in eine Baustellenzufahrt oder ignorierst das Handzeichen eines Polizisten.
Tipp: Wegweiser und Signale früh lesen, temporäre Signale ernst nehmen, bei Untersicherheit kurz anhalten und die Situation klären. Anweisungen der Polizei haben immer Vorrang.

➡️ Einfügen in fliessenden Verkehr mit Behinderung:
Wenn andere stark bremsen oder ausweichen müssen, weil du dich falsch einfädelst.
Beispiel: Du fährst auf der Autobahnauffahrt mit zu wenig Geschwindigkeit ein.
Tipp: Frühzeitig beschleunigen und Lücke sorgfältig wählen.

🔄 Linksabbiegen: Gegenverkehr erheblich behindert:
Beim Linksabbiegen darfst du den Gegenverkehr nicht zum abrupten Bremsen oder Ausweichen zwingen. Auch ein zu knappes Einscheren kann als erhebliche Behinderung gewertet werden.
Beispiel: Du biegst ab, obwohl dir ein entgegenkommendes Fahrzeug in normalem Tempo noch klar die Vorfahrt hat.
Tipp: Lieber eine Sekunde länger warten und den Gegenverkehr vollständig passieren lassen, bevor du abbiegst.

↩️ In Gegenfahrbahn eingespurt:
Beim Einspuren oder in Kurven ist es sehr gefährlich, unnötig auf die Gegenfahrbahn zu geraten.
Beispiel: du schneidest eine Kurve oder fährst beim Abbiegen zu früh auf die Gegenfahrbahn.
Tipp: Spurhaltung üben und bei unübersichtlichen Stellen immer auf der eigenen Fahrbahnseite bleiben.

🧭 Unübersichtliche Linkskurven geschnitten:
Das Schneiden von unübersichtlichen Kurven kann zu Frontalkollisionen führen.
Beispiel: Du fährst in einer Linkskurve mittig oder links, ohne Sicht auf Gegenverkehr.
Tipp: Geschwindigkeit anpassen und immer so fahren, dass du bei plötzlich auftauchendem Gegenverkehr sicher reagieren kannst.

🚙 Überholen mit Behinderung oder Gefährdung:
Überholmanöver müssen sicher und ohne Zwangsreaktionen anderer erfolgen.
Beispiel: Du überholst, obwohl der Abstand zum Gegenverkehr zu knapp ist.
Tipp: Nur überholen, wenn die Sicht frei ist und ausreichend Platz zum Einscheren bleibt.

🧍‍♂️ Fussgänger gefährdet beim Überqueren:
Fussgänger haben auf dem Fussgängerstreifen absoluten Vorrang.
Beispiel: du fährst weiter, obwohl ein Fussgänger klar signalisiert, die Strasse überqueren zu wollen.
Tipp: Bereits bei Annäherung an den Fussgängerstreifen Geschwindigkeit anpassen und bremsbereit sein.

👶 Falsches Verhalten gegenüber Kindern, Senioren, Behinderten:
Diese Personengruppen gelten als besonders schutzbedürftig und benötigen mehr Rücksichtnahme.
Beispiel: Du fährst zu nah anspielenden Kindern vorbei oder reagierst nicht, wenn ein Senior unsicher die Strasse überquert.
Tipp: In der Nähe solcher Personen immer bremsbereit fahren und Blickkontakt suchen.

🛑 Nicht richtig gestoppt an Stoppstrasse:
Ein „rollender“ Halt zählt als Verstoss, selbst bei freier Sicht.
Beispiel: Du verlangsamst nur kurz, hältst aber nicht und fährst direkt weiter.
Tipp: Komplett zum Stillstand kommen, Blick in beide Richtungen, dann erst weiterfahren.

🛣️ Einfahrt auf Autobahn ungenügend beschleunigt:
Zu langsames Auffahren kann den nachfolgenden Verkehr gefährden.
Beispiel: Du fährst mit 60 km/h auf die Autobahn, während der Verkehr mit 100 km/h fliesst.
Tipp: Den Beschleunigungsstreifen vollständig nutzen und die Geschwindigkeit rechtzeitig anpassen.

Gefährliche Situation durch Missachtung des Fussgängerstreifens.

🟧 Kategorie II – Mittelschwere Fehler

Fehler, die bei Wiederholung oder in Kombination mit anderen zu einem negativen Entscheid führen. Der Schwerpunkt liegt hier wenige auf akuter Gefährdung, sondern auf Behinderungen oder erkennbaren Mängeln im Fahrverhalten.
Hier einige typische Beispiele, mit Erklärung, Praxisbezug und Tipps zur Vermeidung:

⚠️ Teilweise ungenügende Bremsbereitschaft:
Du bist nicht jederzeit in der Lage, sofort zu bremsen, wenn es nötig wäre.
Beispiel: Du fährst an einer belebten Verzweigung mit dem Fuss weit weg vom Bremspedal.
Tipp: In potenziell gefährlichen Situationen immer den Fuss leicht über dem Bremspedal halten.

🚗 Teilweise unangepasste Geschwindigkeit:
Deine Geschwindigkeit passt nicht optimal zur Verkehrssituation, weder zu schnell noch zu langsam.
Beispiel: Auf einer schmalen Quartierstrasse mit parkierenden Fahrzeugen fährst du leicht zu schnell.

↔️ Vortritt mit Behinderung verletzt:
Du nimmst jemanden, zwar nicht gefährlich, aber dennoch klar erkennbar den Vortritt.
Beispiel: Du fährst knapp vor einem Fahrzeug ein, das dadurch leicht abbremsen muss.
Tipp: Vortrittssituationen bewusst und mit genügend Abstand abwarten.

🕰️ Entschlusskraft mangelhaft:
Zögerliches oder unsicheres handeln kann den Verkehrsfluss behindern.
Beispiel: du wartest zu lange an einer Lücke im Verkehr, obwohl du sicher einfahren könntest.
Tipp: Situationen zügig einschätzen und Entscheidungen selbstbewusst umsetzen.

🔕 Schwache Reaktion bei Gefahrensignalen:
Du reagierst zu spät oder gar nicht auf Warnzeichen.
Beispiel: du überhörst ein Hupen oder reagierst verzögert auf Blaulicht.
Tipp: Umfeld permanent beobachten und Signale sofort umsetzen.

🟡 Sicherheitslinie überfahren ohne Behinderung:
Auch wenn kein anderer gefährdet wird, ist das Überfahren einer Sicherheitslinie verboten.
Beispiel: Du schneidest eine Kurve leicht und überfährst dabei eine Sicherheitslinie.
Tipp: Spurhaltung trainieren und Kurven sauber fahren.

🌍 Umweltschutz ungenügend beachtet:
Du fährst unnötig umweltschädlich, z.B. durch zu hohe Drehzahlen.
Beispiel: Längeres Warten mit laufendem Motor oder unnötiges starkes Beschleunigen.
Tipp: früh hochschalten, Motor im Stillstand abstellen, sanft beschleunigen.

🧭 Unmotivierter Verzicht auf Vortritt an Verzweigungen:
Du verzichtest auf dein Vortrittsrecht ohne Notwendigkeit, was den Verkehrsfluss stört.
Beispiel: Du bleibst an einer Verzweigung stehen, obwohl du freie Fahrt hättest.
Tipp: Verkehrsregeln konsequent anwenden, Vortritt gilt auch für dich!

🧍 Fussgänger auf Zebrastreifen behindert:
Du lässt einen Fussgänger zwar passieren, störst ihn aber durch zu spätes Bremsen.
Beispiel: Du hältst abrupt vor dem Fussgängerstreifen, obwohl der Fussgänger schon unterwegs ist und dadurch verunsichert wird.
Tipp: Frühzeitig bremsen und dem Fussgänger so klar signalisieren, dass du anhalten wirst.

➡️ Richtungsanzeige ungenügend:
Du setzt den Blinker zu spät, zu kurz oder gar nicht.
Beispiel: Du blinkst erst im Moment des Abbiegevorgangs.
Tipp: Immer rechtzeitig vor dem Manöver blinken, ca. 3 Sekunden vorher.

🚗 Rechtsfahrgebot nur teilweise eingehalten:
Du fährst grundlos nicht auf dem rechten Fahrstreifen.
Beispiel: Auf der Autobahn bleibst du länger als nötig auf dem mittleren Fahrstreifen, obwohl der rechte Fahrstreifen frei ist.
Tipp: Immer das Rechtsfahrgebot beachten. Nach Überholvorgängen zügig wieder auf die rechte Spur wechseln.

🚗 Abstände nur teilweise ausreichend:
Dein Abstand zu anderen Fahrzeugen ist nicht immer korrekt.
Beispiel: Du fährst in der Stadt zu nah auf.
Tipp: Grundregel „2-Sekunden-Abstand“ zählt überall!

🛣️ Einfahrt Autobahn zu schwach beschleunigt:
Du nutzt den Beschleunigungsstreifen nicht optimal aus.
Beispiel: du fährst mit 80 km/h auf die Autobahn, während der Verkehr mit ca. 100 km/h fliesst.
Tipp: Schon frühzeitig Gas geben, um die Geschwindigkeit anzupassen.

🔧 Manöver mangelhaft (Parkieren, Rückwärtsfahren, Wenden):
Fehler bei der Fahrzeugbedienung, bei der Wahl des richtigen Ortes oder beim Einhalten der Verkehrsregeln während eines Manövers. Auch eine unsichere oder stockende Ausführung kann als mangelhaft gewertet werden.
Beispiel: Beim seitlichen Einparken brauchst du deutlich mehr Züge als notwendig, gerätst auf den Gehweg oder blockierst längere Zeit den Verkehr. Auch beim Wenden in einer engen Strasse musst du mehrfach stark korrigieren oder kommst dabei auf den Bordstein.
Tipp: Übe alle relevanten Manöver intensiv, sowohl in ruhigen Situationen als auch unter leichtem Zeitdruck, wie er in der praktischen Fahrprüfung vorkommt. Achte auf eine saubere Lenktechnik, ausreichende Beobachtung (Spiegle, Seitenblick, Rundumkontrolle) und darauf, den Verkehrsfluss möglichst wenig zu behindern.

🚘 Fahrzeugbedienung teilweise ungenügend:
Unsicherheiten bei Kupplung, Gangwahl oder anderen Bedienelementen.
Beispiel: Du würgst den Motor beim Anfahren ab oder fährst im falschen Gang.
Tipp: Bedienungsvorgänge automatisieren, damit du dich auf den Verkehr konzentrieren kannst. Übrigens: Wusstest du, dass seit Februar 2019 in der Schweiz der „Automatik-Eintrag“ weggefallen ist? Wenn du mit einem Fahrzeug mit automatischem Getriebe zur Prüfung antrittst, ist es dir danach dennoch erlaubt, mit einem Fahrzeug mit manuellem Getriebe zu fahren.

💡 Beleuchtung nicht den Sichtverhältnissen angepasst:
Du passt das Licht nicht an Wetter oder Tageszeit an.
Beispiel: Du fährst bei schlechter Sicht ohne Abblendlicht
Tipp: Sichtverhältnisse laufend prüfen und das Licht entsprechend umschalten.

🪞 Spiegelbenutzung ungenügend:
Du nutzt deine Rück- und Seitenspiegel nicht regelmässig oder nur flüchtig, wodurch dir wichtige Informationen zum Verkehrsgeschehen entgehen. Eine lückenhafte Spiegelkontrolle kann zu gefährlichen Situationen führen.
Beispiel: Du fährst längere Zeit im Stadtverkehr, ohne den Rückspiegel zu kontrollieren.
Tipp: Entwickle eine feste Routine für die Spiegelkontrolle – im Stadtverkehr etwa alle 5–8 Sekunden in den Rückspiegel blicken und vor jeder Richtungsänderung gezielt die relevanten Seitenspiegel prüfen. So hast du immer den Überblick, was hinter und neben dir passiert.

🛑 Notbremsung ungenügend:
Bei der vom Experten angeordneten Vollbremsung bremst du nicht kräftig genug oder zögerst zu lange. Dadurch erreichst du nicht den gewünschten Bremsweg und die Sicherheit wäre in einer echten Gefahrensituation eingeschränkt.
Beispiel: Der Experte kündigt die Notbremsung an, du trittst zwar auf die Bremse, aber nur mit mittlerem Druck, sodass das ABS nicht anspricht und der Bremsweg zu lang wird.
Tipp: Übe die Vollbremsung regelmässig im Fahrschulauto – aus mittlerer Geschwindigkeit, mit beiden Händen fest am Lenkrad und vollem Druck aufs Bremspedal, bis das Fahrzeug steht. So entwickelst du das nötige Gefühl und Selbstvertrauen, um im Prüfungsfall sofort korrekt zu reagieren.

Ungenügende Spiegelkontrolle mit möglicher Behinderung eines Motorrads

🟩 Kategorie III – Leichte Fehler

Leichte Fehler sind kleine Ungenauigkeiten, die in einer sonst sicheren Fahrt vorkommen können. Sie haben keinen direkten Einfluss auf die Verkehrssicherheit, solange sie nur vereinzelt auftreten. Erst wenn sich solche Fehler häufen, kann dies den Gesamteindruck negativ beeinflussen und eventuell zum Nichtbestehen führen.

⚠️ Bremsbereitschaft vereinzelt ungenügend:
Du bist in einer einzelnen Situation nicht ganz bremsbereit, z. B. weil der Fuss nicht rechtzeitig über der Bremse ist.
Beispiel: Ein Auto fährt vor dir langsam in einen Kreisel, du hast den Fuss noch kurz auf dem Gas, bevor du zur Bremse wechselst.
Tipp: Auch in Routine-Situationen wachsam bleiben und regelmässig die Bremsbereitschaft überprüfen.

🚗 Geschwindigkeit vereinzelt nicht angepasst:
Kurzzeitig fährst du etwas zu schnell oder zu langsam für die Situation, ohne dass eine Gefährdung entsteht.
Beispiel: Beim Einfahren in eine Zone 30 bremst du erst nach dem Schild ab, bist aber sofort wieder im richtigen Bereich.
Tipp: Geschwindigkeitsänderungen frühzeitig einleiten, um ruckartige Anpassungen zu vermeiden.

↔️ Unsicherheiten beim Vortritt:
In einer einzelnen Situation reagierst du beim Vortritt etwas zögerlich oder unklar, ohne andere zu behindern.
Beispiel: Du hältst an einer Rechtsvortrittsstrasse kurz länger an als nötig, bevor du weiterfährst.
Tipp: Blicktechnik verbessern und klare Entscheidungen treffen.

🛞 Fahrzeugbedienung teilweise ungenügend:
Einzelne Bedienelemente (z. B. Blinker, Scheibenwischer) nutzt du nicht optimal, ohne dass die Sicherheit beeinträchtigt wird.
Beispiel: Du betätigst den Blinker zu spät, merkst es aber und korrigierst sofort.
Tipp: Fahrzeugfunktionen vor der Prüfung noch einmal bewusst durchgehen.

👀 Vereinzelte Fehler im Verkehrssehen:
Ein Blick in eine bestimmte Richtung oder ein Verkehrsschild wird einmalig zu spät wahrgenommen.
Beispiel: Du siehst ein Wegweiserschild erst im letzten Moment, fährst aber trotzdem korrekt weiter.
Tipp: Blickführung aktiv halten, auch in bekannten Strassenbereichen.

🔁 Einzelfehler beim Fahrstreifenwechsel:
Bei einem einzigen Fahrstreifenwechsel fehlt z. B. der Seitenblick, ohne dass eine Gefahr entsteht.
Beispiel: Du setzt den Blinker und wechselst die Spur, schaust aber erst nach dem Wechsel in den Spiegel.
Tipp: Immer die Spiegel-Schulterblick-Blinken-Routine anwenden – auch wenn die Strasse frei wirkt.

🛑 Zulässige Höchstgeschwindigkeit geringfügig überschritten:
Ein kurzer Moment mit 2–4 km/h über der erlaubten Geschwindigkeit.
Beispiel: Bergab läuft das Auto kurz etwas schneller, du bremst aber sofort nach.
Tipp: Geschwindigkeit im Gefälle früh im Blick behalten.

🌿 Teilweise ungenügende Umweltbeachtung:
Einzelne unnötige Beschleunigungen oder zu spätes Hochschalten.
Beispiel: Du fährst einen kurzen Abschnitt im zweiten Gang, obwohl der dritte möglich wäre.
Tipp: Fahrweise auf ruhigen, effizienten Betrieb ausrichten.

🧭 Vereinzelte Fehler beim Wegweiserfahren:
Ein Signal oder Hinweis wird einmalig zu spät erkannt.
Beispiel: Du fährst kurz an der Abbiegestelle vorbei, korrigierst aber sicher.
Tipp: Wegweiser früh scannen und mit der Route abgleichen.

🚗 Einspuren, Rechtsfahren, Richtungsanzeige vereinzelt fehlerhaft:
Kleine Ungenauigkeiten, die sofort behoben werden.
Beispiel: Du spurst an einer Kreuzung leicht zu spät ein, hast aber genügend Platz und Zeit.
Tipp: Vorausschauend planen, besonders bei mehrspurigen Strassen.

🛣️ Ausfahrt Autobahn zu früh verlangsamt:
Du reduzierst die Geschwindigkeit schon vor dem Beschleunigungsstreifen der Ausfahrt, ohne den Verkehrsfluss zu stören.
Beispiel: Du gehst kurz vor der Ausfahrt leicht vom Gas, obwohl der Bremsbereich noch nicht beginnt.
Tipp: Erst im eigentlichen Ausfahrtsbereich verlangsamen.

🅿️ Manöver (Parkieren, Rückwärtsfahren, Wenden) mit einzelnen Schwächen:
Ein Manöver gelingt nicht perfekt, ist aber sicher und korrekt abgeschlossen.
Beispiel: Du parkierst etwas schräg, korrigierst aber sofort.
Tipp: Manöver vorher unter Prüfungsbedingungen üben.

🧰 Vereinzelte Fehler bei der Bedienung & Kontrolleinrichtungen:
Einzelne Unsicherheiten bei Fahrzeugfunktionen, ohne dass Sicherheit oder Prüfung wesentlich beeinträchtigt werden.
Beispiel: Du brauchst kurz, um die Heckscheibenheizung einzuschalten.
Tipp: Alle Bedienelemente vor der Prüfung einmal aktiv nutzen.

Fahrschülerin korrigiert Spiegel unter Anleitung des Experten.

6. Die häufigsten Fragen zur praktischen Fahrprüfung (FAQ)

Auch wenn du dich gut vorbereitet hast, tauchen kurz vor der praktischen Fahrprüfung oft noch viele kleine Fragen auf. Manche betreffen den Ablauf am Prüfungstag, andere die Rahmenbedingungen oder mögliche Sonderfälle. In diesem FAQ-Bereich findest du kompakte Antworten auf die häufigsten Fragen von Fahrschülern – damit du genau weisst, was dich erwartet und wie du dich optimal vorbereiten kannst.

Rechne mit rund 45 Minuten Fahrzeit plus ein paar Minuten für Begrüssung, Fahrzeug-/Ausweiskontrolle und das Abschlussgespräch. Insgesamt bist du meist 50–60 Minuten beschäftigt.

In der Regel nein. Die Prüfung findet üblicherweise nur mit dir und dem Verkehrsexperten statt. Dein Fahrlehrer begleitet dich bis zur Prüfungsstelle und wartet dort. (Ausnahmen liegen im Ermessen des Amts/Experten.)

Ja. Seit Februar 2019 gibt es keinen Automatikeintrag mehr im Führerausweis der Kat. B. Du darfst also auf Automatik prüfen und später auch Schaltfahrzeuge fahren. Wichtig bleibt: saubere Fahrzeugbedienung (Anfahren, Bremsen, Tempokontrolle) – auch bei Automatik wird das bewertet.

Du erhältst eine klare Rückmeldung, was verbessert werden muss. Eine neue Anmeldung ist nach der kantonalen Frist möglich (variiert; oft einige Wochen). Nutze die Zeit für zielgerichtete Fahrlektionen und, wenn sinnvoll, eine Prüfungssimulation.

Ja, rechtzeitig abmelden ist möglich. Fristen/Kosten regelt dein Strassenverkehrsamt; kurzfristige Absagen können Gebühren auslösen. Bei Krankheit: so früh wie möglich melden (ärztliches Attest kann verlangt werden).

Die Prüfung läuft in einer Landessprache (je nach Kanton meist Deutsch). Der Experte verwendet klare Standardanweisungen. Ein Dolmetscher im Fahrzeug ist normalerweise nicht erlaubt. Wenn du etwas nicht verstehst: nachfragen – das ist ausdrücklich ok.

Ja, wenn serienmässig vorhanden – aber du bleibst voll verantwortlich. Der Experte bewertet dein Fahren, nicht die Technik. Assistenz ≠ Autopilot: Blick, Abstand, Tempo bleiben deine Aufgabe. Wenn das Navi ablenkt: abschalten lassen.

Nein. Die Route wählt der Experte, damit typische Verkehrssituationen abgedeckt sind (Stadt, Ausserorts, Manöver; häufig auch Autobahn). Wünsche können zur Kenntnis genommen werden, sind aber nicht bindend.

Direkt nach der Fahrt. Du erhältst sofort „bestanden/nicht bestanden“ plus kurzes Feedback zu Stärken und Verbesserungsfeldern. Bei Nichtbestehen nennt der Experte konkrete Gründe (z. B. Kategorie des Fehlers) und empfiehlt die nächsten Schritte.

In der Regel nein. Aufzeichnungen im Prüfungsfahrzeug sind aus Datenschutz- und Sicherheitsgründen nicht erlaubt. Lass Dashcams deaktivieren; das Handy bleibt weg.

Kurzfassung: Atmung strukturieren, Routinen aktivieren, Fokus klein halten.
🔹 Vorher: realistische Prüfungssimulation, kritische Routen üben, genug Schlaf.
🔹 Am Tag X: 3 tiefe Bauchatmungen, Checklisten (Spiegel–Blinker–Schulterblick), klare Selbstinstruktionen („Ich schaue, bewerte, entscheide“).
🔹 Währenddessen: Wenn unklar → nachfragen. Ein kleiner Fehler ist nicht das Ende – ruhig weiterfahren.
👉 Mehr Tools & Strategien findest du im Artikel „Prüfungsangst bei der Fahrprüfung: Ursachen, Tipps & Strategien zur Überwindung“.

Praktische Fahrprüfung – Prüfer gratuliert Fahrschülerin nach bestandener Prüfung im Auto.

Fazit: Gut vorbereitet zur praktischen Fahrprüfung

Die praktische Fahrprüfung ist zweifellos ein wichtiger Moment – aber sie ist kein unüberwindbares Hindernis. Wenn du den Ablauf kennst, typische Fehler vermeiden kannst und weisst, worauf der Verkehrsexperte wirklich achtet, gehst du deutlich entspannter an den Start.
Perfektion erwartet niemand – entscheidend sind Sicherheit, Regelkenntnis, vorausschauendes Fahren und ein selbstständiger Umgang mit dem Fahrzeug.

Eine solide Vorbereitung ist dabei der Schlüssel. Je besser du deine Fahrtechnik und dein Verhalten im Verkehr verinnerlicht hast, desto souveräner reagierst du auch unter Prüfungsbedingungen. Und genau hier setzen unsere Fahrstunden an: praxisnah, individuell und gezielt auf deine Bedürfnisse abgestimmt.

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